Auf dem Weg zum Release: Vom Prototyp zum offenen Standard für räumliche Inhalte

Ein Jahr Entwicklungszeit liegt hinter uns: Was zum Release steht, warum Offenheit der Kern ist und wie wir jetzt mit Content-Partnern zusammenarbeiten.

Person mit VR-Brille betrachtet einen holografischen Wal über dem Meer bei Sonnenuntergang.

Ein Jahr Entwicklungszeit liegt nun hinter uns. Was als geförderte Machbarkeitsstudie begann, ist zu einer stabilen Software gereift. Jetzt beginnt die Phase, in der Splexit zeigt, wofür es gebaut wurde: starke Inhalte räumlich und gemeinsam erlebbar zu machen. Dafür suchen wir Partner, die diese Inhalte mitbringen.


Die Wurzeln: Aus der Praxis gelernt

Splexit ist keine theoretische Idee vom Reißbrett. Den Grundstein legten unter anderem drei reale, sehr unterschiedliche Projekte, die alle ihren Beitrag zum heute verfügbaren Produkt beigetragen haben:

  • Die „Blickwinkel Tour“: Historisch-politische Bildung am Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Eine 90-minütige geführte Bus-Tour, bei der Teilnehmende Propaganda-Inszenierung über VR-Headsets erleben.
  • Signia: Eine synchronisierte Produktpräsentation auf Messen, bei der Hörgeräte als interaktive 3D-Miniaturen für bis zu acht Personen gleichzeitig zentral moderiert gezeigt werden. Zentral im Raum verankerte 3D-Inhalte.
  • Europäische Akademie Berlin: Zwei Vorhaben zur immersiven Erinnerungsarbeit mittels virtueller Lernräume und der Selbstgestaltung geführter Touren durch Schüler im Austausch-Format.

Drei völlig unterschiedliche Kontexte, aber dasselbe technische Muster: Eine Person führt eine Gruppe live durch eine räumliche Erfahrung. Damit diese Struktur nicht jedes Mal aufwendig neu programmiert werden musste, wurde ein Multi-User-Steuerungs-System für XR-Headsets entwickelt, das durch eigene Inhalte erweitert werden kann, ohne dass man selbst Programmier- oder 3D-Erfahrung benötigt. Daraus entstand die Idee für Splexit: ein wiederverwendbares Werkzeug, das unter anderem auch gezielt in der schulischen Bildung für immersive Präsentationen eingesetzt werden kann. Mit dieser Skizze starteten wir in die vom IGP, dem Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen des BMWE (Themenwettbewerb Digitale Lernwelten 2024), geförderte Machbarkeitsstudie. Förderzeitraum: Juli 2025 bis Juni 2026.

Was das Entwicklungsjahr gebracht hat

Durch die Förderung und die Begleitung von Schulen in Bayern und Nordrhein-Westfalen konnten wir Splexit intensiv in der Praxis testen. Aus unzähligen Rückmeldungen aus Workshops mit Lehrkräften, Testtagen mit Schulklassen und Präsentationen in Medienzentren ist aus dem Prototyp nun ein echtes Produkt geworden, welches nun für den Release vorbereitet wird. Damit ist auch klar, dass das Tool primär in der Wissensvermittlung eingesetzt werden soll. Es ist aber auch die Erkenntnis entstanden, dass es nicht auschließlich als Digitalisierungsinstrument für den schulischen Einsatz konzipiert werden kann.

Das sind die wichtigsten Säulen der heutigen Anwendung:

  • Die Inhalte-Pipeline steht: 3D-Modelle (z. B. aus Sketchfab oder generiert über Partner wie GenerioAI) lassen sich direkt ins Projekt integrieren, per Tablet an die Geräte verteilen und stehen im Raum.
  • Zwei flexible Modi: Im geführten Modus steuert eine Person per Tablet, was die XR-Headsets der Gruppe synchron anzeigen. Im „Self-Guide“-Modus erkunden Teilnehmende die Szenerie eigenständig per Hotspot-Navigation. Das System funktioniert während der Präsentation komplett offline im eigenen WLAN.
  • Vorlagen und offene Standards: Projekte lassen sich als Templates speichern, teilen und für andere freigeben. Die Architektur basiert auf offenen Standards, Inhalte laufen geräteübergreifend auf Meta Quest, Pico, HTC Vive oder auch dem Tablet.
  • Niedrige Einstiegshürden: Kein Account-Zwang für die Teilnahme an Präsentationen. Die Companion-App für das iPad / Android Tablet befindet sich im Store-Prozess, die Headset-Anwendung wird dafür vorbereitet.

Die Software ist bereits länger im Beta-Stadium offen zugänglich und es gibt erstes Begleitmaterial für den Einstieg. Für den konkreten Release in der „Version 1.0“ sind noch folgende Punkte offen:

  • Bezug aller Anwendungsbausteine über die öffentlichen App-Stores ermöglichen: Im Moment gibt es entweder die .apk-Dateien zum Download oder sie sind noch im Test-Modus in den Stores. Der offizielle iOS Store Release steht kurz bevor.
  • Bereits erarbeitetes Monetarisierungs-Modell veröffentlichen und die Bezugswege kommunizieren: Die Basisvariante wird immer frei sein und der Kern wird immer open-source bleiben. Es wird jedoch Modelle für Institutionen geben, um mehrere Accounts zu verwalten, und optionale bezahlte Integrationen, die Funktionalitäten erweitern. Deis wird Anfang August ermöglicht.

Unsere Philosophie: Offenheit und Transparenz

Splexit wird bootstrapped entwickelt, also ohne externes Risikokapital. Daher gilt bei uns das Prinzip der Verifizierbarkeit: Wir kommunizieren nur das, was heute bereits funktioniert. Was noch auf der Roadmap steht, benennen wir auch so.

Dazu gehört auch unsere Haltung zum Ökosystem: Der Kern von Splexit ist quelloffen. Wir glauben, dass gerade Bildung und Kultur offene Systeme benötigen. Inhalte, die für einen Klassensatz oder eine Ausstellung produziert werden, müssen herstellerunabhängig funktionieren und dürfen nicht in geschlossenen App-Stores gefangen sein. Daher wird eine der Hauptanstrengungen in den nächsten Wochen sein, das Repo auf GitHub zu veröffentlichen. Unseres Wissens nach gibt es keine andere Anwendung im XR-Bereich, die ähnliche Fähigkeiten besitzt und quelloffen ist.

Die nächste Phase: Wie wir jetzt zusammenarbeiten können

Die Software steht und sie kann genutzt werden. Nun geht es darum, sie mit Leben und Inhalten zu füllen. Denn unsere wichtigste Erkenntnis aus den Tests lautet: Niemand beginnt gern auf einer leeren Leinwand. Vermittlung gelingt am besten über vorgefertigte, anpassbare Module.

Für die kommenden Monate suchen wir daher gezielt den Austausch mit Museen, Kulturinstitutionen, gemeinnützigen Institutionen, der politischen Bildung, Anbietern von digitalen Bildungsangeboten, Unternehmen und Studios, die XR-Inhalte produzieren. Es gibt zwei Wege, wie wir jetzt zusammenarbeiten können:

Weg 1: Gemeinsame Content-Produktion (Custom Experiences)

Ihr habt die Inhalte, die Geschichten und das Fachwissen, wir haben das Werkzeug und die Produktionserfahrung. Gemeinsam entwickeln wir eine maßgeschneiderte räumliche Erfahrung für eure Ausstellung, euer Jubiläum oder euren Messeauftritt. Von der ersten Skizze über die 3D-Modellierung bis zur fertigen, live führbaren Anwendung auf euren Geräten vor Ort, mit der Möglichkeit der Drittverwertung durch unseren Marketplace im Bildungskontext.

Weg 2: Integrationsentwicklung

Wer selbst eine Plattform oder einen Service betreibt, kann sich mit uns verbinden. Per API Key kassen sich eure Lösungen direkt integrieren und ein weiterer Distributionskanal entsteht. Sketchfab uind GenerioAI sind bereits integriert. Die nächste bestätigte Zusammenarbeit ist mit der Firma Heartucate GmbH. Gemeinsam werden wir ihre Reise in die Arktis - Escape Room Experience auf VR Brillen ermöglichen.

Weg 3: Do-It-Yourself (Companion App & Workshops)

Wer selbst gestalten und experimentieren möchte, nutzt die Companion App und die bereitgestellten Templates. Um den Einstieg zu beschleunigen, bieten wir praxisnahe Workshops an. Hier lernen Teams hands-on, wie sie eigene Inhalte mit Splexit strukturieren. Dies eignet sich besonders für diejenigen, die bereits erste Erfahrung mit 360°, 3D oder immersiven Formaten wie VR und AR haben.

Wie geht es für dich weiter?

  • Du hast Inhalte, die eine räumliche Bühne verdienen? Lass uns sprechen. Ein unverbindliches Erstgespräch klärt schnell, wie sich eine Idee auf Splexit realisieren lässt.
  • Du willst Splexit einmal ausprobieren und tiefer einsteigen? Buche einen unserer Workshops für dein Team.
  • Du möchtest die Entwicklung verfolgen? Trag dich gerne in unseren Newsletter ein, um über Releases und neue Templates auf dem Laufenden zu bleiben.